Alu oder Kunststoff an der Küste: Verziehen sich PVC-Fenster in der Sonne und korrodiert Aluminium am Meer?

Professionelle Montage dunkler Kunststofffenster in einer spanischen Villa

Dieser Beitrag beantwortet die beiden Fragen, die bei der Fensterwahl an der Costa del Sol am häufigsten aufkommen: Verziehen sich Kunststofffenster in der Hitze, und hält Aluminium der Salzluft stand? Er zeigt, was EN 12608 und Qualicoat Seaside tatsächlich verlangen, vergleicht beide Werkstoffe bei Dämmung, Pflege und Lebensdauer und erklärt, wo jeder von ihnen seine Stärken hat.

Weiße Villa im andalusischen Stil mit Pool und dunklen Fenstern an der Costa del Sol

Wer an der Costa del Sol die Fenster eines Hauses erneuert, landet früher oder später bei denselben zwei Zweifeln. Der erste kommt meist über die Bemerkung eines Nachbarn oder einen Forumsbeitrag: Verziehen sich Kunststofffenster in der Sonne? Der zweite taucht auf, sobald man ein vom Salz zerfressenes Geländer sieht: Hält Aluminium wenige Meter vom Wasser wirklich durch?

Auf beide Fragen gibt es eine Antwort, und keine davon ist ein klares Ja oder Nein.

Verzieht sich PVC in der Sonne? Ein hochwertiges PVC-Profil, das für ein strenges Klima ausgelegt, nach den Tabellen des Herstellers armiert und fachgerecht eingebaut ist, verzieht sich in der Sonne von Málaga nicht. Was es sehr wohl tut: Es dehnt sich aus, deutlich stärker als Aluminium, und diese Bewegung ist in der Systemkonstruktion eingeplant. Echte Probleme entstehen in ganz bestimmten Konstellationen: dunkle Farben ohne die passende Technologie, große Flügel mit zu schwacher Armierung oder ein Einbau, der dem Profil keinen Bewegungsspielraum lässt.

Korrodiert Aluminium in Meeresnähe? Aluminium rostet nicht wie Eisen, doch die Meeresluft greift es an, und zwar vor allem auf zwei Wegen: Kontaktkorrosion dort, wo es auf Schrauben aus einem anderen Metall trifft, und Filiformkorrosion, die unter der Beschichtung weiterwandert. Beide lassen sich durch Entscheidungen in der Spezifikation vermeiden, die man sich schriftlich geben lassen sollte: Edelstahlschrauben, vom Profil elektrisch getrennt, dazu eine Pulverbeschichtung mit Qualicoat-Seaside-Zertifizierung oder eine Eloxalschicht ausreichender Dicke.

Ab hier die Details: warum das jeweils passiert, was die Normen dazu sagen und wann welcher Werkstoff die bessere Wahl ist.

Verziehen sich Kunststofffenster in der Sonne?

Zuerst die Zahlen: wie heiß es an der Costa del Sol wird

Über die Sonne von Málaga im Abstrakten zu reden, bringt wenig, deshalb die konkreten Werte. Nach den Klimanormalwerten der AEMET für die Station Málaga Aeropuerto (Zeitraum 1981-2010):

  • 2.905 Sonnenstunden pro Jahr.
  • 30,8 °C mittleres Maximum im August und 30,5 °C im Juli.
  • 65 % mittlere relative Luftfeuchte im Jahr.

Dazu kommt der Terral, der trockene Heißwind, der aus dem Binnenland zur Küste herunterfällt. Bei Terral registrierte dieselbe Station 44,2 °C am 19. Juli 2023.

Für ein Fenster zählt allerdings nicht die Lufttemperatur, sondern die Temperatur des Profils selbst. Eine Fläche in direkter Sonne wird weit heißer als die Luft ringsum, und je dunkler sie ist, desto heißer.

Wie stark sich ein PVC-Profil wirklich ausdehnt

Alle Werkstoffe dehnen sich bei Wärme aus. Das harte PVC im Fensterbau tut das stärker als Metalle: Sein linearer Wärmeausdehnungskoeffizient liegt bei etwa 0,06-0,08 mm pro Meter und Grad. Aluminium kommt auf rund 0,024 mm pro Meter und Grad, also zweieinhalb- bis dreimal weniger.

Aufs Fenster übertragen: Geht ein 2 Meter langes Profil vom sommerlichen Morgengrauen in den Nachmittag mit direkter Sonne und steigt seine Temperatur um 30 °C, dehnt sich das PVC um 3,6 bis 4,8 mm. Ein Aluminiumprofil derselben Länge dehnt sich um etwa 1,4 mm.

Diese Millimeter sind kein Mangel, sondern pure Physik, und die Bewegung ist reversibel: Kühlt das Profil ab, nimmt es sein Ausgangsmaß wieder an. Jedes seriöse PVC-System ist darauf ausgelegt. Ärger gibt es erst, wenn jemand das übergeht, sei es bei der Farbe, bei der Armierung oder beim Einbau.

Querschnitt eines Mehrkammer-PVC-Fensterprofils mit seinen Dichtungen

Wo die Norm die Grenze zieht: 75 °C Vicat-Temperatur

Die europäische Norm für PVC-Fensterprofile, EN 12608, verlangt vom Werkstoff eine Vicat-Erweichungstemperatur von mindestens 75 °C (Verfahren B50). Das ist die Temperatur, bei der eine genormte Nadel unter 50 N Last und bei einer Aufheizrate von 50 °C pro Stunde 1 mm in den Werkstoff eindringt.

Von einer Temperatur, bei der ein Fenster schmilzt, ist das weit entfernt. Es ist ein technischer Anhaltspunkt für den Punkt, an dem der Kunststoff an Steifigkeit verliert. Ein weißes Profil in der Sonne bleibt komfortabel darunter. Eine dunkle Oberfläche unter der Augustsonne kommt diesem Bereich deutlich näher, und genau deshalb gelten für dunkle Farben eigene Regeln.

Dieselbe Norm ordnet Profile nach ihrer Witterungsbeständigkeit zwei Klimazonen zu: M (moderates Klima) und S (strenges Klima). Die moderate Zone umfasst Orte mit weniger als 5 GJ/m² Sonneneinstrahlung pro Jahr auf die Horizontale. Die Costa del Sol liegt klar darüber, also lautet die vernünftige Anforderung hier: Profile der Klasse S.

Weiß gegen dunkle Farben: wo das Risiko anfängt

Die Farbe ist die Größe, die das Verhalten von PVC in der Sonne am stärksten verändert. Um zu messen, wie viel Strahlung eine Oberfläche zurückwirft, nimmt Teil 2 der Norm (EN 12608-2, zuständig für folierte Profile) zwei Referenzen: eine weiße PVC-Platte mit einem direkten Solarreflexionsgrad von 73 % oder mehr und eine schwarze mit 5 % oder weniger. Der Abstand zwischen diesen Extremen erklärt, warum ein weißes und ein schwarzes Profil direkt nebeneinander völlig unterschiedliche Temperaturen haben können.

Anthrazitfarbenes Kunststofffenster in der weißen Fassade einer andalusischen Villa an der Costa del Sol

Für die Dekorfolien, die dem PVC seine Farbe geben, hält die Norm fest: Ihr Solarreflexionsgrad liegt in der Regel über 20 %, und Folien unterhalb dieses Werts sollten nur nach den Empfehlungen des Profilherstellers eingesetzt werden.

Eine dunkle Farbe in der Sonne hat zwei Folgen:

  • Mehr Ausdehnung, weil das Profil eine höhere Temperatur erreicht.
  • Den sogenannten Bimetalleffekt. Die Außenseite in der Sonne erwärmt sich viel stärker als die Innenseite, die Raumtemperatur hat. Eine Seite dehnt sich stärker als die andere, und der Flügel neigt dazu, sich leicht zu krümmen. Dasselbe Prinzip wie beim Bimetallstreifen im Thermostat.

Deshalb veröffentlichen die Systemhersteller eigene Regeln für dunkle Farben: welche Folien zugelassen sind, welche Armierung Pflicht ist und welche maximalen Flügelmaße jeweils erlaubt sind.

Was Hersteller tun, damit das Profil in Form bleibt

Innenliegende Stahlarmierung. In den Kammern der PVC-Profile sitzt eine Armierung aus verzinktem Stahl, deren Art und Dicke sich nach Flügelgröße, Gewicht und Farbe richten. Die Armierung bringt Steifigkeit gegen Durchbiegung, Windlast und Bimetalleffekt. Man sollte sie nicht überschätzen: Sie verringert die Ausdehnung des Verbunds nur geringfügig, sie beseitigt sie nicht. Ihre Hauptaufgabe ist, dass das Profil seine Form hält.

Rezeptur für strenges Klima. Profile der Klasse S sind darauf geprüft, der UV-Strahlung sonnenreicher Regionen standzuhalten, ohne Eigenschaften oder Farbe zu verlieren.

Folien mit infrarotreflektierenden Pigmenten. Ein Teil der Sonnenwärme kommt als Infrarotstrahlung an, die wir nicht sehen. Manche Farbfolien enthalten Pigmente, die sie zurückwerfen, obwohl die Farbe dunkel bleibt. Nach Angaben des Herstellers VEKA zu Folien dieser Art reflektieren diese Pigmente bis zu 80 % der nahen Infrarotstrahlung und senken die Erwärmung der Oberfläche um bis zu 15 °C.

Einbaufugen. Zwischen Fenster und Baukörper muss eine Anschlussfuge bleiben, die die Ausdehnung aufnimmt, und die Befestigungen müssen diese Bewegung zulassen. Bei dunklen Profilen sind die empfohlenen Fugenbreiten größer.

Mythos und echtes Problem: wie man sie unterscheidet

Der Mythos: PVC wirft sich in der Sonne, und nach wenigen Jahren schließen die Fenster nicht mehr. Bei einem weißen oder hellen Profil der Klasse S, nach den Herstellertabellen armiert und mit den vorgesehenen Fugen eingebaut, passiert das nicht. Ein guter Teil dieses Rufs stammt von älteren Profilgenerationen und von billiger Ware ohne Zertifizierung.

Das echte Problem existiert, aber es hat klar benennbare Ursachen:

  • Dunkle Farben mit Folien ohne reflektierende Technologie an Süd- und Westfassaden.
  • Große Flügel, vor allem bei Schiebeelementen, schwächer armiert als das System verlangt.
  • Starrer Einbau: Befestigungen ohne Spiel oder PU-Schaum, der auf den Rahmen drückt.
  • Profile, die EN 12608 nicht erfüllen oder für moderates Klima ausgelegt sind.

Typische Symptome: Ein Flügel schleift am Nachmittag beim Schließen und schließt morgens einwandfrei, Dichtungen liegen nicht mehr gleichmäßig an, oder ein Griff lässt sich in den heißesten Stunden schwer drehen. Kommt und geht das Problem mit der Temperatur, handelt es sich um eine Wärmebewegung und nicht um einen Materialschaden. Nachsehen lohnt sich trotzdem: Wiederkehrende Zyklen belasten die Schweißecken und die Beschläge.

Korrodiert Aluminium in Meeresnähe?

Aluminiumfenster mit Holzdekor-Oberfläche an einem weiß gekalkten mediterranen Haus

Warum Aluminium nicht rostet wie Eisen

An der Luft bildet Aluminium von selbst eine Oxidschicht von nur wenigen Nanometern Dicke. Anders als Eisenoxid, das porös ist und abblättert, ist diese Schicht dicht: Sie schützt das Metall darunter und heilt von allein, wenn sie verkratzt wird.

An der Küste liegt das Problem bei den Chloriden. Das Salz, das die Meeresbrise mitbringt, durchbricht diese Schicht an einzelnen Stellen und löst Lochkorrosion: kleine Krater mit weißlichem Pulver ringsum. Ungeschütztes Aluminium baut in Meeresumgebung genau so ab. Die Norm ISO 9223, die die Korrosivität der Atmosphäre einteilt, ordnet Küstenzonen mit Salzeintrag ihren höchsten Kategorien zu.

Deshalb braucht Aluminium in einem Fenster an der Küste immer eine Schutzschicht. Und selbst mit guter Beschichtung gibt es zwei Korrosionsmechanismen, die man kennen sollte.

Kontaktkorrosion: wenn die Schraube schuld ist

Kontaktkorrosion entsteht, wenn drei Bedingungen zusammenkommen:

  1. Zwei verschiedene Metalle in elektrischem Kontakt, etwa ein Aluminiumprofil und eine Stahlschraube.
  2. Ein Elektrolyt, also Feuchtigkeit mit gelösten Salzen. An der Küste übernimmt diese Rolle der Salzfilm auf den Oberflächen von selbst.
  3. Eine Potentialdifferenz zwischen den beiden Metallen.

Dann entsteht eine kleine galvanische Zelle, und das unedlere Metall löst sich zugunsten des edleren auf. In dieser Paarung zieht Aluminium gegenüber Kohlenstoffstahl, Edelstahl, Kupfer oder Messing meist den Kürzeren.

Wie gravierend es wird, hängt von der Potentialdifferenz zwischen den Metallen ab, davon, wie lange die Verbindung feucht bleibt, und vom Verhältnis der Oberflächen. Die Küste verschärft den zweiten Faktor: Abgelagertes Salz zieht Feuchtigkeit aus der Luft und hält die Verbindung weit länger nass als im Binnenland.

Wo es auftritt: Befestigungsschrauben im Baukörper, Dübel, Nieten, Beschläge, Kontakt mit Blendrahmen aus Stahl sowie ablaufendes Wasser, das Kupferionen von Fensterbänken oder Fallrohren mitführt.

Wie man es vermeidet:

  • Schrauben aus Edelstahl A4 (AISI 316), der durch seinen Molybdängehalt Chloriden besser widersteht als A2 (AISI 304).
  • Elektrische Trennung zwischen Schraube und Profil, über isolierende Scheiben oder Hülsen aus Nylon oder EPDM oder über eigens dafür gedachte Pasten.
  • An der Küste niemals verzinkte oder gelbchromatierte Stahlschrauben in Kontakt mit Aluminium einsetzen.
  • Direkten Kontakt mit Kupfer und Messing vermeiden.

Filiformkorrosion: der Gegner, der unter der Beschichtung vorrückt

Sie ist die hinterhältigere der beiden, weil sie dort beginnt, wo man nichts sieht. Sie zeigt sich als feine Fäden, ähnlich Haaren oder Spinnenbeinen, die unter der Beschichtung vorwandern und sie anheben. Sie startet überall dort, wo die Lackschicht eine Unterbrechung hat: an Schnittkanten, Bohrungen, Gehrungen oder Kratzern. Ihre Idealbedingungen sind warm, feucht und salzig, also genau die Mittelmeerküste.

Entscheidend bei Filiformkorrosion ist nicht der Lack, sondern das, was darunter liegt. Ist die Aluminiumoberfläche vor dem Beschichten nicht gründlich vorbehandelt worden, kann die Beschichtung am ersten Tag perfekt aussehen und Jahre später versagen. Daraus ist die Seaside-Zertifizierung entstanden.

Qualicoat Seaside: was verlangt wird und warum das an der Mittelmeerküste zählt

Qualicoat ist das internationale Gütezeichen für die Pulverbeschichtung von Aluminium im Bauwesen. Innerhalb davon ist Seaside ein zusätzlicher Vermerk, gedacht genau für Küstenlagen und chloridhaltige Luft. Das sind seine Anforderungen nach den geltenden Qualicoat-Spezifikationen (Ausgabe 2024):

Verstärkte Beize. Vor dem Beschichten durchläuft das Aluminium eine chemische Beize, die eine Schicht seiner Oberfläche abträgt. In der Standardvorbehandlung von Qualicoat beträgt der geforderte Gesamtabtrag mindestens 1,0 g/m². Für Seaside sind es mindestens 2,0 g/m², also das Doppelte. Mit dem größeren Abtrag verschwinden die Verunreinigungen, die sich an den Korngrenzen des Metalls angesammelt haben, und genau dort wandert Filiformkorrosion am liebsten weiter.

Alternative Voranodisierung. Der Beschichter kann vor dem Lack auch eine dünne Anodisierschicht aufbringen, von 4 bis 10 Mikrometern, und erhält den Seaside-Vermerk damit automatisch.

Regelmäßige Prüfungen auf Filiformkorrosion. Beschichter mit Seaside-Vermerk durchlaufen laufende Kontrollen am Fertigprodukt nach der Norm ISO 4623-2. Die Proben werden angekratzt, mit Salzsäure beaufschlagt und verbringen dann 1.000 Stunden bei 40 °C und 82 % relativer Luftfeuchte. Zum Bestehen gilt für den längsten Faden eine Grenze von 4 mm und für die mittlere Länge 2 mm.

Dazu kommen die allgemeinen Qualicoat-Anforderungen für jede Beschichtung: eine Mindestschichtdicke von 60 Mikrometern für Pulverlacke der Klassen 1 und 2 (50 Mikrometer in Klasse 3) und Beständigkeit gegen 1.000 Stunden Essigsäure-Salzsprühnebel (2.000 Stunden in Klasse 3).

Ein praktisches Detail, das viele Missverständnisse erspart: Seaside zertifiziert den Beschichter, nicht den Lack. Ein Qualicoat-taugliches Pulver, in einem Betrieb ohne diesen Vermerk aufgebracht, bietet nicht die gleiche Sicherheit. Verlangen sollte man das Zertifikat des Beschichters mit gültigem Seaside-Vermerk.

Eloxieren: Schutz ohne Lack

Eloxieren ist der andere Weg, Aluminium zu schützen. Statt eine Schicht aufzubringen, lässt man die eigene Oxidschicht des Metalls elektrochemisch kontrolliert wachsen und verdichtet sie anschließend. Dieser Schutz ist Teil des Aluminiums und kann nicht abplatzen wie ein Lack.

Das maßgebliche Gütezeichen ist Qualanod, das Eloxalschichten nach Mindestdicke einteilt. Für aggressive Umgebungen, ob maritim oder industriell, verwendet man die Klassen 20 und 25, mit 20 bzw. 25 Mikrometern Mindestdicke.

Es hat seine Grenzen: Die Auswahl an Oberflächen ist kleiner als beim Lackieren (Silbertöne, Bronzen, Schwarz), und ein tiefer Kratzer lässt sich nicht so einfach ausbessern.

PVC und Aluminium im direkten Vergleich am Meer

Wärmedämmung und Energieeffizienz

Hier ist die Physik eindeutig. Nach den Bezugswerten der Norm EN ISO 10077-2 liegt die Wärmeleitfähigkeit von PVC bei 0,17 W/(m·K) und die von Aluminium bei 160 W/(m·K). Aluminium leitet Wärme also fast tausendmal besser als PVC.

Deshalb braucht ein modernes Aluminiumfenster eine thermische Trennung: Stege aus glasfaserverstärktem Polyamid mit einer Leitfähigkeit von 0,30 W/(m·K), die den äußeren Teil des Profils vom inneren abkoppeln und den Weg der Wärme unterbrechen. Ohne thermische Trennung ist ein Aluminiumrahmen eine Wärmebrücke; mit ihr ist das System eine völlig andere Sache.

PVC dämmt von Natur aus, und die Mehrkammerprofile verstärken diesen Effekt. Bei vergleichbarer Güteklasse dämmt ein PVC-Rahmen in der Regel besser als ein Aluminiumrahmen. Hochwertige Aluminiumsysteme mit thermischer Trennung verkleinern diesen Abstand deutlich.

Was die Vorschriften angeht: Die Stadt Málaga liegt in Klimazone A3 der spanischen Bauvorschrift Código Técnico de la Edificación, und der Grenzwert für die Wärmedurchgangskoeffizienten von Fensterflächen in Zone A beträgt 2,70 W/(m²·K). Gutes PVC und thermisch getrenntes Aluminium halten diesen Wert problemlos ein. In einem Klima, in dem die Energie vor allem in die Kühlung geht, wiegt zudem das Glas (sein Gesamtenergiedurchlassgrad und sein Sonnenschutz) für den Sommerkomfort genauso schwer wie der Rahmen.

Verhalten bei extremer Hitze und Terral

PVC: dehnt sich stärker aus und braucht in dunklen Farben reflektierende Folien, Armierung und passende Fugen. In Weiß oder hellen Tönen ist die Hitze der Küste kein Thema.

Aluminium: dehnt sich weniger aus, verliert bei den Temperaturen, die ein Fenster überhaupt erreicht, keine Steifigkeit und verträgt dunkle Farben an sonnenreichen Fassaden besser. Das heißt nicht, dass es kühl bleibt: Ein anthrazitfarbenes Profil in der Sonne ist zu heiß zum Anfassen, und ohne gute thermische Trennung gibt es diese Wärme nach innen weiter. Damit Farbe und Glanz intensive Sonne überstehen, bieten Qualicoat-Lacke der Klassen 2 und 3 eine höhere Witterungsbeständigkeit als Klasse 1.

Feuchte und Salzluft

PVC: Das Profil korrodiert nicht. Salzluft setzt dem Werkstoff selbst nicht zu, und in erster Reihe ist das ein echter Vorteil. Seine Schwachstellen sind die metallischen Bauteile: die innenliegende Armierung aus verzinktem Stahl, geschützt im Profil, und vor allem die Beschläge.

Aluminium: braucht die passende Oberfläche (Seaside oder Eloxal der Klasse 20-25) und verträgliche Schrauben, wie oben beschrieben. Richtig spezifiziert verhält es sich in maritimer Umgebung einwandfrei.

In beiden Fällen gilt: Das gemeinsame schwache Glied sind die Beschläge: Bänder, Getriebe und Verriegelungspunkte. Die Norm EN 1670 teilt ihre Korrosionsbeständigkeit in Klassen ein, und die höchste ist Klasse 5, sie entspricht 480 Stunden im Salzsprühtest. An der Küste lohnt es sich, sie zu verlangen, unabhängig vom Werkstoff des Profils.

Wartung und Pflege

Die Routine ist für beide Werkstoffe ähnlich und recht einfach:

  • Mit Süßwasser und neutraler Seife abspülen , mehrmals im Jahr und in erster Reihe häufiger. In Málaga regnet es im Sommer kaum, das Salz sammelt sich also, ohne dass es abgewaschen wird. Am meisten sammelt sich in den geschützten Bereichen unter Dachvorsprüngen und Terrassenüberdachungen, wohin kein Regen kommt.
  • Die Entwässerungsöffnungen im Rahmen frei halten, damit das Wasser abfließen kann.
  • Die Beschläge prüfen und schmieren , mit geeigneten Mitteln.
  • Die Gummidichtungen kontrollieren, die in der Sonne altern.

Die konkreten Unterschiede: PVC verträgt weder Scheuermittel noch Lösungsmittel. Auch pulverbeschichtetes Aluminium sollte keine Scheuermittel abbekommen, und jeden Kratzer, der bis aufs Metall geht, sollte man zügig ausbessern, denn er ist eine Eintrittsstelle für Filiformkorrosion. Eloxal wird mit pH-neutralen Mitteln gereinigt.

Tatsächliche Lebensdauer an der Küste

Eine ehrliche Zahl, die für alle Fälle gilt, gibt es nicht, denn an der Küste hängt die Haltbarkeit mehr an der Spezifikation und der Pflege als am Werkstoff selbst. Weißes PVC der Klasse S mit guten Beschlägen und Aluminium mit Seaside-Beschichtung und A4-Schrauben sind beides Lösungen, die auf Jahrzehnte angelegt sind.

Frühe Schäden fangen fast immer mit einer Abkürzung an: dunkle Folien ohne ausreichende Reflexion, gesparte Armierung, verzinkte Schrauben, ein Beschichter ohne Seaside-Vermerk oder Standardbeschläge direkt am Strand.

Preis

Grundsätzlich ist PVC die günstigere Variante. Aluminium mit thermischer Trennung, Seaside-Beschichtung und hoch korrosionsbeständigen Beschlägen kostet mehr, und bei großen Formaten wächst der Abstand. Nur sind einige dieser großen Formate ausschließlich in Aluminium umsetzbar.

Der Vergleich auf einen Blick

PVCAluminium mit thermischer Trennung
Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffs0,17 W/(m·K)160 W/(m·K), durch die thermische Trennung ausgeglichen
Wärmeausdehnung0,06-0,08 mm/m·°C≈ 0,024 mm/m·°C
Verhalten gegenüber SalzDas Profil korrodiert nichtBraucht Seaside-Beschichtung oder Eloxal der Klasse 20-25
Hauptrisiko an der KüsteSchlecht spezifizierte dunkle FarbenUnverträgliche Schrauben und Filiformkorrosion
Dunkle Farben in der SonneMit reflektierenden Folien, Armierung und MaßgrenzenOhne konstruktive Einschränkungen
Große Formate und schmale AnsichtsbreitenBegrenztSeine Stärke
WartungReinigung mit Wasser und neutraler SeifeReinigung und Ausbessern von Kratzern
Preis im VerhältnisGünstigerTeurer
Was zu verlangen istKlasse S nach EN 12608Qualicoat-Seaside-Zertifikat des Beschichters

PVC oder Aluminium? Wo jeder Werkstoff hingehört

Einen Gewinner für alles gibt es nicht. Jeder Werkstoff hat sein Terrain.

Wann PVC die sinnvollere Wahl ist

  • Wenn die Dämmung Vorrang hat und das Budget begrenzt ist.
  • Bei Fenstern und Balkontüren mittlerer Größe, wo die Armierung reichlich Reserve hat.
  • Bei Weiß oder hellen Farben, ebenso an Fassaden, die kaum Nachmittagssonne abbekommen.
  • Bei Objekten in erster Reihe am Strand, wenn der Entwurf es zulässt: Das Profil korrodiert nicht, und Salzluft setzt dem Werkstoff nicht zu. Die Beschläge müssen allerdings hoch korrosionsbeständig sein.
  • In Häusern, in denen möglichst wenig Wartung gewünscht ist und man nicht von der Qualität einer Beschichtung abhängen will.

Wann Aluminium die sinnvollere Wahl ist

  • Bei großen Schiebe- und Hebeschiebeelementen, mit schweren, großflächigen Flügeln, die PVC nicht abbildet oder nur mit vielen Einschränkungen.
  • Wenn der Entwurf auf zwei Dinge zielt: schmale Ansichtsbreiten und maximale Glasfläche, wie es in Villen mit Meerblick üblich ist.
  • Bei dunklen Farben wie Anthrazit an Süd- und Westfassaden, wo Aluminium die thermischen Einschränkungen von PVC nicht hat.
  • Bei zeitgenössischer Architektur , die durchgehende Oberflächen mit Geländern, Pergolen oder Metallbekleidungen verlangt.
  • Immer vorausgesetzt, es ist korrekt für das Meer spezifiziert: Seaside-Beschichtung oder Eloxal der Klasse 20-25, thermische Trennung und elektrisch getrennte A4-Schrauben.

Der Mittelweg: Verbundsysteme aus PVC und Aluminium

Es gibt Systeme, die einen PVC-Körper für die Dämmung mit einer außenliegenden Aluminiumschale kombinieren, die optische Schärfe, Farbe und Sonnenbeständigkeit beisteuert. Das kann eine gute Lösung sein, wenn man außen dunkel und dabei die Dämmwerte von PVC haben will. Der Aluminiumteil steht allerdings weiter im Meerklima und braucht dieselbe Spezifikation der Oberfläche.

Was vor der Angebotsunterschrift schriftlich festgehalten sein sollte

Bei PVC:

  • Profile nach EN 12608, Klasse S (strenges Klima).
  • Armierung nach den Herstellertabellen , passend zu Maß und Farbe jedes Flügels.
  • Bei dunklen Farben eine Folie mit reflektierenden Pigmenten und die Bestätigung, dass die Maße innerhalb der Systemgrenzen liegen.
  • Einbaufugen in ausreichender Breite und Befestigungen, die die Ausdehnung zulassen.

Bei Aluminium:

  • Qualicoat-Zertifikat des Beschichters mit gültigem Seaside-Vermerk oder Eloxal nach Qualanod Klasse 20 oder 25.
  • Thermische Trennung im System.
  • Schrauben aus Edelstahl A4 , elektrisch vom Profil getrennt.

In beiden Fällen:

  • Beschläge der Klasse 5 für Korrosionsbeständigkeit nach EN 1670.
  • Pflegehinweise schriftlich, abgestimmt auf die Entfernung zum Meer.

Häufige Fragen

Vergilben weiße Kunststofffenster in der Sonne an der Küste?

Ein hochwertiges Profil für strenges Klima (Klasse S nach EN 12608) ist so rezeptiert und geprüft, dass es intensiver UV-Strahlung ohne nennenswerte Farbveränderung standhält. Das Vergilben, an das sich viele erinnern, hängt an alten oder minderwertigen Rezepturen. Deshalb sollte die Klasse S ausdrücklich im Angebot stehen.

Kann man Kunststofffenster in Anthrazit an einer Südfassade einsetzen?

Ja, aber unter Bedingungen. Die Folie muss infrarotreflektierende Pigmente enthalten, die Armierung muss den Herstellertabellen für genau diese Farbe folgen, und die Flügelmaße müssen innerhalb der Grenzen bleiben, die das System für dunkle Farben zulässt. Ist eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, ist an einer Süd- oder Westfassade der Costa del Sol Aluminium die klügere Wahl, oder ein Verbundsystem mit Aluminium außen.

Korrodiert pulverbeschichtetes Aluminium in erster Reihe am Strand?

Aluminium rostet nicht wie Eisen, doch in erster Reihe kann es Lochkorrosion, Filiformkorrosion unter dem Lack und Kontaktkorrosion an den Berührungspunkten mit Schrauben aus anderen Metallen bekommen. Mit einer Beschichtung von einem Betrieb mit Qualicoat-Seaside-Zertifizierung, A4-Edelstahlschrauben, die vom Profil getrennt sind, und einfacher Pflege mit Süßwasser verhält sich Aluminium am Meer gut.

Was ist der Unterschied zwischen Qualicoat und Qualicoat Seaside?

Qualicoat ist das allgemeine Gütezeichen für die Pulverbeschichtung von Aluminium im Bauwesen und verlangt unter anderem eine Vorbeize von mindestens 1,0 g/m². Seaside ist ein zusätzlicher Vermerk für Küstenlagen, der diese Anforderung auf 2,0 g/m² verdoppelt (oder eine Voranodisierung von 4 bis 10 Mikrometern akzeptiert) und das Bestehen regelmäßiger 1.000-Stunden-Prüfungen auf Filiformkorrosion vorschreibt. Seaside wird dem Beschichter erteilt, verlangen muss man also dessen Zertifikat.

Welche Schrauben gehören an Aluminiumfenster in Meeresnähe?

Schrauben aus Edelstahl A4 (AISI 316), mit isolierenden Scheiben oder Hülsen, die den direkten elektrischen Kontakt zum Aluminium verhindern. Verzinkte oder gelbchromatierte Stahlschrauben sind an der Küste auszuschließen: Sie korrodieren selbst und begünstigen zusätzlich die Kontaktkorrosion des Profils.

Was dämmt in Málaga besser, PVC oder thermisch getrenntes Aluminium?

Als Werkstoff dämmt PVC deutlich besser: Seine Wärmeleitfähigkeit liegt bei 0,17 W/(m·K) gegenüber 160 W/(m·K) bei Aluminium. Im fertigen Fenster verkleinert die thermische Trennung diesen Unterschied erheblich. In Klimazone A, zu der die Stadt Málaga gehört, halten beide den Grenzwert der Bauvorschrift (2,70 W/(m²·K) für Fensterflächen) mit Reserve ein. Im Sommer zählen die Glasart und ihr Gesamtenergiedurchlassgrad genauso viel wie der Rahmen.

Setzt Salzluft Kunststofffenstern zu?

Dem PVC-Profil selbst nicht: Der Werkstoff korrodiert nicht. Den metallischen Bauteilen schon, vor allem den Beschlägen. An der Küste sollte man Beschläge der Korrosionsklasse 5 nach EN 1670 wählen und sie regelmäßig mit Süßwasser abspülen.

Wie oft sollten Fenster an der Küste gereinigt werden?

Eine allgemeingültige Frequenz gibt es nicht, aber an der Costa del Sol ist es sinnvoll, Profile und Beschläge mehrmals im Jahr mit Süßwasser und neutraler Seife abzuspülen, in erster Reihe häufiger. Besonderes Augenmerk gilt den Bereichen unter Dachvorsprüngen und Überdachungen, wohin kein Regen kommt und wo sich Salz ansammelt. Das gilt für PVC wie für Aluminium.

Weiterlesen

Weitere Beiträge im SSE-Blog, reale Projekte mit technischem Datenblatt im Portfolio und die Normdokumentation, die wir übergeben, auf der Seite für Architekten und Bauträger.

20 Questions to Ask Before Giving an Advance

ПАМЯТКА ПЕРЕД СДЕЛКОЙ 20 вопросов, которые нужно задать до того как дать аванс Если подрядчик уверенно отвечает на эти вопросы — он один из немногих,

Weiterlesen »

Fordern Sie Ihr unverbindliches Angebot an!

Suchen Sie maßgeschneiderte Verglasungslösungen für Ihr Zuhause oder Ihr Unternehmen? Füllen Sie das Formular aus und einer unserer Experten meldet sich bei Ihnen.